Tiere und Pflanzen in Schweden
Boreale Wälder, Fjäll und Alvar, Elche, Bären, Wölfe und Rentiere, Kraniche und Seeadler: ein Überblick über Tier- und Pflanzenwelt Schwedens mit Tipps für Naturbeobachtung.
Schweden ist eines der waldreichsten Länder Europas: Rund zwei Drittel der Landfläche sind von Wald bedeckt. Dazu kommen fast 100.000 Seen, eine lange Ostsee- und Westküste und im Nordwesten die Gebirgslandschaft des Fjäll. Entsprechend vielfältig sind Tier- und Pflanzenwelt.
Wälder und Vegetationszonen
Im Norden und in der Mitte des Landes dominieren boreale Nadelwälder aus Fichte und Kiefer, durchsetzt mit Birken. Weiter südlich gehen sie in Mischwälder über, und in Skåne und an der Westküste wachsen Buchen- und Eichenwälder. Als ungefähre Grenze zwischen dem südlichen Laubwaldgebiet und dem nördlichen Nadelwald gilt der „Limes norrlandicus“, eine natürliche Grenzlinie, die etwa vom Dalälven bis nach Värmland verläuft. Viele frühere Laubwälder im Süden mussten dem Ackerbau weichen oder wurden durch schnell wachsende Nadelholzplantagen ersetzt.
Oberhalb der Baumgrenze im Fjäll wachsen Zwergbirken, Moose, Flechten und eine bunte Bergflora. Ganz anders sieht es auf Öland und Gotland aus: Auf den kargen Kalksteinflächen (Alvar) gedeihen seltene Pflanzen und zahlreiche Orchideenarten.
Beeren und Pilze
Typisch für Schweden sind die Waldbeeren. Blaubeeren und Preiselbeeren wachsen fast überall, in den Mooren des Nordens findet man die begehrten Moltebeeren (hjortron). Im Spätsommer und Herbst sind Pfifferlinge und Steinpilze beliebt. Dank des Jedermannsrechts darf jeder Beeren und Pilze sammeln, solange geschützte Arten und Naturschutzregeln beachtet werden.
Große Säugetiere
Der Elch ist das bekannteste Tier Schwedens, und die Bestände gehören zu den dichtesten der Welt. Häufig sind auch Rehe, Wildschweine (vor allem im Süden) und Rothirsche. Durch Schutzmaßnahmen sind die großen Raubtiere zurückgekehrt: Braunbären leben vor allem in Dalarna, Gävleborg, Jämtland und Härjedalen, Wölfe überwiegend in Mittelschweden, Luchse in weiten Teilen des Landes und Vielfraße im Gebirge. Begegnungen sind selten, denn die Tiere sind scheu. Wie der Wolfsbestand reguliert wird, ist in Schweden politisch umstritten.
Im Norden ziehen die Rentiere umher. Sie sind halbdomestiziert und gehören samischen Rentierzüchtern. Der Polarfuchs ist dagegen stark gefährdet und kommt nur noch in wenigen Fjällgebieten vor.
Tiere an Seen und Küsten
Biber wurden in den 1920er-Jahren wieder angesiedelt und sind heute weit verbreitet. An der Küste leben Kegelrobben und Seehunde, in der nördlichen Ostsee auch Ringelrobben. Die Seen sind reich an Hecht, Barsch und Zander, im Norden auch an Saibling und Äsche.
Vögel
Schweden ist ein gutes Land für Vogelbeobachter. Im Frühjahr rasten am Hornborgasjön in Västergötland Zehntausende Kraniche, die Südspitze von Öland bei Ottenby ist ein Hotspot für Zugvögel, und der Seeadler hat sich nach einem starken Rückgang wieder erholt. Im Norden sind Auerhuhn, Birkhuhn und Schneehuhn zu Hause.
Praktische Tipps
- Achten Sie beim Autofahren besonders in der Dämmerung auf Elche und Rehe. Wildunfälle sind häufig, Warnschilder stehen nicht ohne Grund.
- In vielen Gegenden gibt es Zecken, die Borreliose und FSME übertragen können. Lange Kleidung und eine Kontrolle nach dem Waldspaziergang helfen.
- Im Norden sind im Hochsommer Mücken lästig. Mückenschutz gehört ins Gepäck.
- Geführte Elch- und Biber-Safaris werden vielerorts angeboten und erhöhen die Chance auf eine Beobachtung deutlich.
Mehr zur Natur finden Sie unter Geographie und Landschaft und Wandern in Schweden.