Wohnen in Schweden: Mieten und Hauskauf

Der schwedische Wohnungsmarkt funktioniert anders als der deutsche. In den Großstädten ist Wohnraum knapp, auf dem Land dagegen gibt es Häuser zu Preisen, von denen man in Mitteleuropa nur träumt. Wer nach Schweden zieht oder ein Ferienhaus kaufen möchte, sollte die drei Wohnformen kennen. Diese Seite gibt einen Überblick und ersetzt keine rechtliche oder finanzielle Beratung.

Mieten: Hyresrätt

Eine Mietwohnung heißt hyresrätt. Die Mieten sind reguliert und werden zwischen Vermietern und Mieterverband ausgehandelt. Der Haken: Wohnungen mit einem regulären Mietvertrag aus erster Hand werden meist über Wartelisten (bostadskö) vergeben. In Stockholm und Göteborg beträgt die Wartezeit oft viele Jahre.

Neuankömmlinge mieten deshalb häufig zur Untermiete, auf Schwedisch andrahand. Solche Verträge sind befristet und teurer. Seien Sie vorsichtig bei Angeboten im Internet: Zahlen Sie nie eine Kaution, bevor Sie die Wohnung gesehen und einen schriftlichen Vertrag erhalten haben. In kleineren Städten und auf dem Land finden Sie deutlich leichter eine Mietwohnung.

Bostadsrätt: das Wohnrecht

Die meisten Wohnungen in den Städten sind bostadsrätter. Dabei kaufen Sie nicht die Wohnung selbst, sondern einen Anteil an einer Wohnungsgenossenschaft und damit das Recht, eine bestimmte Wohnung zu nutzen. Zusätzlich zum Kaufpreis zahlen Sie eine monatliche Abgabe (avgift) an die Genossenschaft, die Betriebskosten, Instandhaltung und die Schulden der Genossenschaft deckt. Prüfen Sie vor dem Kauf den Jahresbericht: Eine hoch verschuldete Genossenschaft kann die Abgabe später deutlich erhöhen.

Eigenes Haus: Villa und Ferienhaus

Einfamilienhäuser und Ferienhäuser kaufen Sie mit dem Grundstück als Volleigentum. Ausländer dürfen in Schweden ohne besondere Genehmigung Immobilien erwerben, auch als Ferienhaus. Die Preise unterscheiden sich enorm: Im Großraum Stockholm sind sie hoch, in dünn besiedelten Gegenden in Mittel- und Nordschweden sehr niedrig.

So läuft der Kauf ab

  1. Suche: Fast alle Angebote stehen auf den großen Immobilienportalen im Internet. Verkauft wird über Makler, die vom Verkäufer bezahlt werden.
  2. Besichtigung: Es gibt feste Besichtigungstermine (visning), zu denen alle Interessenten kommen.
  3. Bieterverfahren: Der angegebene Preis ist nur ein Ausgangspreis. Danach bieten die Interessenten gegeneinander, oft per SMS oder App. Gebote sind nicht bindend, bis der Vertrag unterschrieben ist.
  4. Besichtigung durch einen Gutachter: Käufer haben eine weitreichende Untersuchungspflicht. Lassen Sie ein Haus deshalb vor dem Kauf von einem Sachverständigen prüfen.
  5. Kaufvertrag: Mit der Unterschrift wird üblicherweise eine Anzahlung von rund zehn Prozent fällig. Ein Notar ist nicht erforderlich.
  6. Übergabe: Am vereinbarten Tag zahlen Sie den Rest und erhalten die Schlüssel.

Nebenkosten und Finanzierung

Beim Hauskauf fällt für die Eintragung als Eigentümer (lagfart) eine Stempelsteuer an, die sich nach dem Kaufpreis richtet. Wer einen Kredit aufnimmt, zahlt zusätzlich Gebühren für die Pfandbriefe (pantbrev). Schwedische Banken verlangen Eigenkapital und in der Regel ein Einkommen in Schweden sowie eine Personnummer. Die genauen Bedingungen und Beleihungsgrenzen ändern sich, erkundigen Sie sich daher direkt bei der Bank. Laufend kommt eine kommunale Immobilienabgabe hinzu, die nach oben begrenzt ist.

Tipps für Neuankömmlinge

  • Tragen Sie sich früh in die Wartelisten der Gemeinde ein, auch wenn Sie zunächst anders wohnen.
  • Fragen Sie den Arbeitgeber. Viele Firmen helfen bei der ersten Wohnung.
  • Mieten Sie zuerst und kaufen Sie erst, wenn Sie die Gegend kennen.
  • Kalkulieren Sie bei Häusern auf dem Land die Kosten für Heizung, Brunnen, Abwasser und Schneeräumung ein.

Die Anmeldung und die Personnummer erklärt die Seite Auswandern nach Schweden.