Schule und Kinderbetreuung in Schweden

Schweden gilt als besonders familienfreundlich. Die Kinderbetreuung ist gut ausgebaut und bezahlbar, die Schule ist kostenlos, und Eltern haben großzügige Ansprüche auf Elternzeit. Für Familien, die nach Schweden ziehen, ist das System trotzdem ungewohnt. Diese Seite erklärt die einzelnen Stufen.

Förskola: Betreuung ab einem Jahr

Die förskola entspricht Krippe und Kindergarten in einem. Kinder können ab dem Alter von einem Jahr aufgenommen werden, und die Gemeinde muss berufstätigen oder studierenden Eltern innerhalb weniger Monate einen Platz anbieten. Fast alle schwedischen Kinder besuchen eine Förskola.

  • Kosten: Die Gebühr richtet sich nach dem Einkommen und ist durch einen landesweiten Höchstbetrag (maxtaxa) gedeckelt. Für weitere Kinder sinkt sie.
  • Kostenlose Stunden: Ab dem Herbst des Jahres, in dem ein Kind drei Jahre alt wird, ist ein Teil der Betreuungszeit gebührenfrei.
  • Alltag: Die Kinder sind bei fast jedem Wetter viel draußen. Regenkleidung und Gummistiefel gehören zur Grundausstattung.

Förskoleklass: das Jahr vor der Schule

Mit sechs Jahren besuchen die Kinder die Vorschulklasse. Sie ist verpflichtend und bildet den sanften Übergang zwischen Spielen und Lernen. Damit beginnt die Schulpflicht.

Grundskola: neun gemeinsame Jahre

Die Grundschule umfasst die Klassen 1 bis 9. Alle Kinder lernen bis etwa zum 16. Lebensjahr gemeinsam, eine Aufteilung auf verschiedene Schulformen wie in Deutschland gibt es nicht.

  • Kostenlos: Unterricht, Bücher und das warme Mittagessen sind gratis.
  • Noten: Zeugnisnoten gibt es erst ab der sechsten Klasse, auf einer Skala von A bis F.
  • Umgang: Lehrer werden mit Vornamen und Du angesprochen.
  • Fremdsprachen: Englisch beginnt früh, später kommt eine zweite Fremdsprache hinzu, häufig Deutsch, Französisch oder Spanisch.
  • Nachmittagsbetreuung: Für jüngere Schulkinder gibt es das fritids, den Hort an der Schule.

Schulwahl und freie Schulen

Eltern können die Schule frei wählen. Neben den kommunalen Schulen gibt es freie Schulen (friskolor), die von privaten Trägern betrieben, aber öffentlich finanziert werden und kein Schulgeld verlangen dürfen. Hausunterricht ist in Schweden praktisch nicht erlaubt.

Gymnasium

Nach der neunten Klasse folgt das dreijährige gymnasium. Es ist freiwillig, wird aber von fast allen Jugendlichen besucht. Zur Wahl stehen Programme, die auf ein Studium vorbereiten, und berufsbezogene Programme. Eine duale Ausbildung wie in Deutschland ist kaum verbreitet. Der Abschluss des Gymnasiums berechtigt je nach Programm zum Studium.

Kinder ohne Schwedischkenntnisse

Neu zugezogene Kinder haben Anspruch auf besondere Unterstützung. Viele Gemeinden bieten Vorbereitungsklassen an, in denen zuerst Schwedisch gelernt wird. Außerdem besteht unter bestimmten Voraussetzungen ein Recht auf Unterricht in der Muttersprache. Jüngere Kinder lernen die Sprache in der Förskola meist innerhalb weniger Monate. In Stockholm gibt es zudem eine Deutsche Schule, an der auch deutsche Abschlüsse möglich sind.

Elternzeit und Familienleistungen

Eltern stehen zusammen 480 Tage bezahlte Elternzeit pro Kind zu. Ein Teil davon ist für jeden Elternteil reserviert und kann nicht übertragen werden. Daneben gibt es Kindergeld (barnbidrag) und das Recht, bei Krankheit des Kindes bezahlt zu Hause zu bleiben. Zuständig ist die Sozialversicherung Försäkringskassan.

Anmeldung

Für Förskola und Schule melden Sie Ihr Kind bei der Gemeinde (kommun) an, meist online. Voraussetzung ist in der Regel die Anmeldung im Melderegister. Mehr zu den ersten Schritten lesen Sie auf der Seite Auswandern nach Schweden.