Glätte auf Schwedens Straßen: Fünf Verkehrstote an einem Tag – Polizei warnt vor Blitzeis
Nach fünf tödlichen Unfällen an einem Tag warnt die schwedische Polizei vor extremer Glätte. Was Autofahrer jetzt zu Blitzeis und Winterreifen wissen sollten.
Mit den ersten frostigen Nächten des Herbstes ist auf Schwedens Straßen die Glätte zurück. Nach einem Montag mit mindestens fünf Verkehrstoten in Westschweden und Schonen warnte die Polizei am Dienstagmorgen vor extrem glatten Fahrbahnen in mehreren Regionen Mittelschwedens.

Fünf tödliche Unfälle an einem Tag
Am Montag, dem 19. Oktober, kamen laut SVT und TV4 bei fünf Unfällen in Schonen, Halland, Bohuslän und Dalsland fünf Menschen ums Leben. Am Morgen stießen auf der Reichsstraße 21 zwischen Åstorp und Kvidinge ein Auto und ein Lastwagen zusammen, eine Frau in ihren Zwanzigern starb. In der Gemeinde Mellerud kam ein Autofahrer in seinen Sechzigern von der Straße ab. Am Nachmittag starb ein Mann in seinen Siebzigern nach einer Kollision zweier Autos auf der E6 nördlich von Ängelholm. Bei Varberg prallten ein Bus und ein Auto frontal zusammen, der Autofahrer kam ums Leben. Auf der Insel Tjörn starb eine Frau in ihren Sechzigern nach einem Frontalzusammenstoß zweier Autos.
Die Unfallursachen sind noch ungeklärt. Ein Polizeisprecher sagte laut SVT, mehrere Streifen hätten am Abend glatte Straßen in Westschweden gemeldet. Ob die Glätte zu den Unfällen beigetragen hat, bestätigte die Polizei jedoch nicht.
Warnung vor Glätte in Mittelschweden
Am Dienstagmorgen, dem 20. Oktober, veröffentlichte die Polizei eine Warnung für die Provinzen Gävleborg, Uppsala und Västmanland. Nach Angaben von TV4 waren dort mehrere Anrufe wegen extrem glatter Straßen eingegangen. Die Polizei rief alle Verkehrsteilnehmer auf, langsamer zu fahren und mehr Abstand zu halten. Auch die Nachrichtenagentur TT berichtete von Glätte in Hälsingland, Gästrikland, Uppland und Västmanland.
Gefahr durch Blitzeis
Besonders tückisch ist die sogenannte Svarthalka, auf Deutsch etwa Blitzeis oder schwarzes Eis. Die Straße sieht dabei normal nass aus, ist aber von einer dünnen, kaum sichtbaren Eisschicht überzogen. Nach Angaben der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket bildet sie sich, wenn die Fahrbahn bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kalt und feucht ist, häufig am späten Abend und am frühen Morgen. Besonders gefährdet sind Brücken, Überführungen, Straßen an Gewässern und schattige Abschnitte.
Was das für Reisende und Menschen in Schweden bedeutet
Wer im Herbst mit dem Auto durch Schweden fährt, sollte schon jetzt mit winterlichen Bedingungen rechnen, auch wenn tagsüber noch Plusgrade herrschen. Konkret heißt das:
- Reifen prüfen: Winterreifen sind in Schweden vom 1. Dezember bis 31. März bei winterlichen Straßenverhältnissen Pflicht, und zwar auch für Autos mit ausländischem Kennzeichen. Glätte kommt aber oft schon im Oktober. Wer jetzt noch mit Sommerreifen anreist, vor allem in die Mitte und den Norden des Landes, geht ein Risiko ein. Für Pkw sind mindestens 3 Millimeter Profiltiefe vorgeschrieben.
- Fahrzeiten planen: Die Glättegefahr ist morgens und abends am größten. Lange Etappen lassen sich so planen, dass man möglichst bei Tageslicht und höheren Temperaturen fährt.
- Brücken und Waldstücke: Auf Brücken und in schattigen Kurven gilt besondere Vorsicht, auch wenn der Rest der Strecke trocken wirkt.
- Informieren: Vor der Abfahrt lohnt sich ein Blick auf die Verkehrsinformationen von Trafikverket und die Wetterwarnungen von SMHI.
Weitere Tipps zu Verkehrsregeln, Maut und Wildwechsel finden Sie in unserem Ratgeber Mit dem Auto nach Schweden. Zum Saisonstart hatte der Wetterdienst SMHI bereits Anfang Oktober vor ersten Schneefällen in Mittelschweden gewarnt.