Essen und Trinken in Schweden

Die schwedische Küche ist bodenständig und von der Natur geprägt: Fisch aus Meer und Seen, Kartoffeln, Wild, Pilze und Beeren aus dem Wald. Dazu kommt eine große Liebe zu Kaffee und Gebäck. In den Städten hat sich in den vergangenen Jahren außerdem eine moderne nordische Küche entwickelt, die regionale Zutaten neu interpretiert.

Hausmannskost: die Klassiker

Die traditionelle Alltagsküche heißt husmanskost. Zu den bekanntesten Gerichten gehören:

  • Köttbullar: Fleischbällchen mit Kartoffelpüree, Rahmsoße, Preiselbeeren und eingelegter Gurke.
  • Pytt i panna: gewürfelte Kartoffeln, Fleisch und Zwiebeln aus der Pfanne, serviert mit Spiegelei und Roter Bete.
  • Janssons frestelse: Kartoffelauflauf mit eingelegten Sprotten, Zwiebeln und Sahne.
  • Raggmunk: Kartoffelpfannkuchen mit gebratenem Speck und Preiselbeeren.
  • Ärtsoppa och pannkakor: Erbsensuppe und danach Pfannkuchen, traditionell am Donnerstag.
  • Kåldolmar: Kohlrouladen, ein Erbe aus der Zeit Karls XII.

Fisch und Meeresfrüchte

  • Sill: eingelegter Hering in vielen Varianten, unverzichtbar zu Midsommar, Ostern und Weihnachten.
  • Gravad lax: roher Lachs, mit Salz, Zucker und Dill gebeizt, dazu eine süße Senfsoße.
  • Räksmörgås: ein reich belegtes Krabbenbrot mit Ei und Mayonnaise.
  • Kräftor: Flusskrebse, die im August beim Krebsfest gegessen werden.
  • Surströmming: vergorener Ostseehering mit sehr strengem Geruch, eine Spezialität aus Nordschweden, die im Freien geöffnet wird.

Brot, Gebäck und Süßes

Knäckebrot (knäckebröd) steht auf fast jedem Tisch. Schwedisches Brot ist oft leicht süßlich, was Besucher anfangs überrascht. Zur Kaffeepause, der Fika, gehören Zimtschnecken (kanelbullar), Kardamomschnecken oder ein Stück Prinsesstårta mit grünem Marzipan. Kinder dürfen traditionell am Samstag Süßigkeiten naschen, das nennt sich lördagsgodis. In jedem Supermarkt gibt es dafür lange Regale zum Selbstabfüllen.

Essenszeiten und Restaurant

  • Mittagessen: Zwischen etwa 11 und 14 Uhr bieten die meisten Restaurants ein Tagesgericht (dagens rätt) zum Festpreis an. Salat, Brot, Wasser und Kaffee sind meist inbegriffen. Das ist die günstigste Art, in Schweden essen zu gehen.
  • Abendessen: Die Schweden essen früh, oft schon zwischen 17 und 19 Uhr. Abends ist das Restaurant deutlich teurer als mittags.
  • Trinkgeld: Die Bedienung ist im Preis enthalten. Bei gutem Service runden viele Gäste auf oder geben etwa zehn Prozent.
  • Leitungswasser: Es ist überall trinkbar und wird im Restaurant kostenlos serviert.
  • Bezahlen: fast ausschließlich mit Karte. Manche Lokale nehmen gar kein Bargeld an.

Getränke

Die Schweden gehören zu den größten Kaffeetrinkern der Welt. Getrunken wird meist kräftiger Filterkaffee, den viele Cafés kostenlos nachschenken. Milch zum Essen ist auch bei Erwachsenen verbreitet, ebenso lingondricka, ein Getränk aus Preiselbeeren.

Alkohol ist teuer. Bier mit geringem Alkoholgehalt gibt es im Supermarkt, alles Stärkere nur im staatlichen Systembolaget. Typisch sind Aquavit und Schnäpse mit Kräutern, die zu Hering und bei Festen getrunken werden. Näheres erklärt der Artikel Alkohol in Schweden.

Im Supermarkt

Lebensmittel sind etwas teurer als in Deutschland, vor allem Fleisch, Käse und Alkohol. Günstig sind dagegen Fisch, Beeren in der Saison und Knäckebrot. Die großen Ketten haben meist auch am Sonntag geöffnet. Typische Mitbringsel sind Preiselbeermarmelade, Kaviarcreme aus der Tube, Lakritz und natürlich Knäckebrot.

Vegetarisch und vegan

Vegetarische und vegane Gerichte sind in Schweden sehr verbreitet. Fast jedes Restaurant hat mindestens eine fleischlose Alternative, und Supermärkte führen ein großes Sortiment an Hafer- und Sojaprodukten.

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