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SverigeID ab 1. Dezember: Schweden startet staatliche E-ID – auch für Ausländer mit Meldeadresse

Ab 1. Dezember gibt Schwedens Polizei die E-ID SverigeID aus, auch an gemeldete Ausländer. Wer sie bekommt, wie der Antrag läuft und was offen bleibt.

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Schweden bekommt eine staatliche Alternative zum weit verbreiteten BankID: Ab dem 1. Dezember 2026 gibt die schwedische Polizei die elektronische Identität SverigeID aus. Sie steht schwedischen Staatsbürgern ebenso offen wie Ausländern, die in Schweden gemeldet sind. Für diese zweite Gruppe läuft die Terminbuchung bereits seit dem 1. November, und zwar nur telefonisch. Besonders Zugezogene könnte das entlasten, die bisher an den Hürden rund um BankID scheitern.

Was SverigeID ist

SverigeID dient dazu, sich bei digitalen Diensten auszuweisen und anzumelden. Die Polizei stuft die E-ID in die höchste Sicherheitsstufe des schwedischen Systems ein (Stufe 4) und gibt an, dass sie auch innerhalb der EU genutzt werden kann. Verwendet wird sie über eine Handy-App. Die App wird mit einer physischen Karte verbunden; wer kein eigenes Telefon hat, kann die Karte über deren CAN-Nummer auch mit einem geliehenen Gerät koppeln. Bestehende E-IDs soll SverigeID nach Angaben der Polizei ergänzen, nicht ersetzen.

Wer sie bekommt und wie der Antrag läuft

Für Antragsteller ohne schwedische Staatsbürgerschaft ist SverigeID an einen neuen Ausweis für in Schweden Gemeldete gekoppelt. Die Polizei nennt folgende Voraussetzungen:

  • keine schwedische Staatsbürgerschaft
  • Meldung in Schweden (folkbokförd)
  • Nachweis der Identität auf zugelassene Weise
  • mindestens neun Jahre alt oder im laufenden Jahr neun werdend

Termine werden unter der Telefonnummer 114 14 vergeben, der Antrag selbst ist frühestens am 1. Dezember möglich. Das geht nur auf bestimmten Polizeistationen, darunter Malmö, Helsingborg, Göteborg, Farsta und Umeå; die vollständige Liste steht auf der Website der Polizei. Bei Minderjährigen ist die schriftliche Zustimmung der Sorgeberechtigten nötig, bei zwei Sorgeberechtigten die von beiden. Vor Ort müssen die Nutzungsbedingungen akzeptiert werden.

Schwedische Staatsbürger erhalten SverigeID zusammen mit dem nationalen Ausweis. Sie müssen bei einem Termin ab dem 1. Dezember ausdrücklich danach fragen, denn vorher ausgestellte Karten lassen sich nicht verwenden.

Warum das für Zugezogene wichtig ist

BankID setzt eine schwedische Personennummer und ein schwedisches Bankkonto voraus. Weil Banken Konten vor allem online eröffnen, wofür wiederum BankID nötig ist, können Neuankömmlinge laut The Local außen vor bleiben. Mehr zu den ersten Schritten nach dem Umzug steht in unserem Ratgeber Personnummer, Steuern und Behörden.

Wie weit SverigeID dieses Problem tatsächlich löst, wird sich erst zeigen. The Local schreibt, die E-ID sei überall dort nutzbar, wo heute BankID gilt. Die Polizei nennt zum Start konkret nur die eigenen Seiten: Über „Mina sidor“ auf polisen.se lassen sich etwa Termine für Pass und Ausweis buchen und Registerauszüge anfordern. Weitere Dienste sollen nach und nach dazukommen.

Das Ende des Skatteverket-Ausweises

Parallel läuft der Ausweis der Steuerbehörde Skatteverket aus. Laut Skatteverket sollen sich Berechtigte ab dem 1. Dezember an die Polizei wenden. Einige Büros nehmen bereits seit dem 1. November keine Anträge mehr an, andere ab dem 1. Januar 2027. Nach dem 29. Januar 2027 ist kein Antrag mehr möglich. Die Karten gelten fünf Jahre.

Was das für Reisende und Menschen in Schweden bedeutet

Touristen betrifft die Neuerung nicht, denn Voraussetzung ist die Meldung in Schweden. Menschen, die in Schweden leben und keinen schwedischen Pass haben, sollten früh einen Termin buchen, wenn sie eine E-ID brauchen oder ihr Skatteverket-Ausweis bald abläuft. Vorher lohnt sich die Nachfrage, ob die Bank oder der jeweilige Dienst SverigeID schon akzeptiert. Gebühren und Gültigkeitsdauer nennen die Seiten der Polizei bisher nicht.

Wichtig für Grenzgänger und alle anderen Inhaber: Der neue Ausweis ist kein Reisedokument. Für Auslandsreisen bleibt der Pass nötig; die Polizei verweist hierfür auf die Botschaft des Heimatlandes.

Wer einen Umzug plant, sollte einkalkulieren, dass der Weg über die Personennummer führt. Wer nur eine Koordinierungsnummer hat, erfüllt die genannten Bedingungen nicht. Für diese Gruppe kommt laut The Local unter Umständen die private Alternative Freja infrage, die allerdings weniger verbreitet ist als BankID.

Quellen

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