Göteborg
Schwedens zweitgrößte Stadt an der Westküste: Haga, Liseberg, Kanäle, Fischmarkt und autofreie Schäreninseln, dazu Tipps zu Anreise per Fähre, Straßenbahn und Reisezeit.

Göteborg ist die zweitgrößte Stadt Schwedens und das Tor zur Westküste. Die Stadt liegt an der Mündung des Göta älv ins Kattegat und besitzt den größten Hafen Skandinaviens. Göteborg gilt als entspannter und bodenständiger als Stockholm. Die Einheimischen sind für ihren Humor bekannt, und die Kombination aus Kanälen, Parks, Meeresfrüchten und Schären vor der Haustür macht die Stadt zu einem beliebten Ziel für einen Städtetrip.
Stand: Oktober 2026

Göteborg in Zahlen
- Einwohner: 613.278 in der Gemeinde Göteborg (Ende 2025 laut SCB), knapp 1,1 Millionen in der Göteborgsregion
- Lage: Westküste, Provinz Västergötland bzw. Bohuslän nördlich des Flusses
- Gegründet: 1621 von König Gustav II. Adolf, nach dem Vorbild niederländischer Kanalstädte
- Flughafen: Göteborg Landvetter, rund 25 km östlich
Geschichte in Kürze
Göteborg wurde gegründet, um Schweden einen eisfreien Hafen zur Nordsee zu sichern, abseits der von Dänemark kontrollierten Öresund-Zölle. Niederländische Baumeister legten die Kanäle und Befestigungen an, von denen der Wallgraben (Vallgraven) und der Stora Hamnkanalen bis heute das Stadtbild prägen. Im 18. Jahrhundert machte die Schwedische Ostindien-Kompanie die Stadt reich. Später wurden Schiffbau, Kugellager (SKF) und Autos (Volvo) zu den großen Industrien.
Die Stadtteile im Überblick
Inom Vallgraven – die Innenstadt
Innerhalb des alten Festungsgrabens liegt das historische Zentrum mit dem Gustaf Adolfs torg, der Domkirche und vielen Einkaufsstraßen. Hier steht auch die neugotische Fischhalle Feskekôrka („Fischkirche“), in der Fisch und Meeresfrüchte verkauft werden.
Haga – Holzhäuser und Zimtschnecken
Das Viertel Haga war einst ein Arbeiterviertel und ist heute für seine restaurierten Holz- und Steinhäuser, kleinen Läden und Cafés bekannt. Berühmt ist die riesige Zimtschnecke „Hagabulle“. Von Haga führt ein kurzer, steiler Aufstieg zur Festung Skansen Kronan mit Blick über die Stadt.
Avenyn und Götaplatsen – Kultur und Ausgehen
Die Prachtstraße Kungsportsavenyn, kurz „Avenyn“, führt hinauf zum Götaplatsen mit der Poseidon-Statue von Carl Milles. Hier liegen das Kunstmuseum, die Stadtbibliothek, das Stadttheater und die Konzerthalle.
Linnéstaden und Majorna
Die Viertel südwestlich des Zentrums sind ruhiger, mit Altbauten, Restaurants und dem großen Park Slottsskogen, in dem es einen kleinen Tierpark mit Elchen, Seehunden und Pinguinen gibt. Der Eintritt ist frei.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
- Liseberg: einer der größten Freizeitparks Skandinaviens, mitten in der Stadt. Im Winter verwandelt er sich in einen großen Weihnachtsmarkt.
- Universeum: Wissenschaftszentrum mit Regenwald, Aquarium und Experimenten, ideal für Familien.
- Göteborgs konstmuseum: nordische Kunst von Carl Larsson bis Edvard Munch am Götaplatsen.
- Botanischer Garten: einer der größten botanischen Gärten Europas, mit Naturreservat und Gewächshäusern.
- Nya Älvsborg: eine Inselfestung aus dem 17. Jahrhundert an der Hafeneinfahrt, im Sommer per Boot erreichbar.
- Volvo-Museum: Autogeschichte auf der Insel Hisingen, für Fans der Marke ein Muss.
Die südlichen Schären
Ein Höhepunkt jedes Göteborg-Besuchs sind die autofreien Schäreninseln im Süden der Stadt, etwa Styrsö, Vrångö, Brännö und Asperö. Die Fähren ab dem Anleger Saltholmen gehören zum Nahverkehr von Västtrafik und sind mit dem normalen Stadtticket nutzbar. Auf den Inseln gibt es Badestellen auf glatten Felsen, Wanderwege und kleine Cafés. Wer die nördliche Küste erkunden möchte, findet Anregungen auf unserer Seite Westküste und Bohuslän.
Unsere Tipps für Ihren Besuch
- Mit dem Boot durch die Kanäle: Die Paddan-Boote fahren im Sommerhalbjahr durch die Kanäle und unter sehr niedrigen Brücken hindurch.
- Meeresfrüchte probieren: Krabbenbrot, Hummer im Herbst oder frische Austern aus Bohuslän gehören in Göteborg dazu.
- Feste im Sommer: Das Musikfestival Way Out West im August und das Jugend-Fußballturnier Gothia Cup im Juli ziehen viele Besucher an. Im Januar und Februar findet das Göteborg Film Festival statt, eines der größten Filmfestivals Skandinaviens. Unterkünfte dann früh buchen.
- Zu Fuß oder mit dem Rad: Die Innenstadt ist kompakt. Leihräder gibt es an vielen Stationen.
Unterwegs in Göteborg
Göteborg hat das größte Straßenbahnnetz Schwedens. Straßenbahnen, Busse und Fähren werden von Västtrafik betrieben; Tickets kauft man per App oder bezahlt kontaktlos. In der Innenstadt wird wie in Stockholm eine Staugebühr für Autos erhoben.
Die Stadt ist eine große Baustelle: Unter der Innenstadt entsteht der Eisenbahntunnel Västlänken. Laut Trafikverket soll der neue unterirdische Bahnhof Centralen im Dezember 2026 als Kopfbahnhof in Betrieb gehen, der gesamte Tunnel mit den Stationen Haga und Korsvägen voraussichtlich 2030. Rechnen Sie bis dahin mit Umleitungen und Bauzäunen, vor allem rund um den Hauptbahnhof.
Anreise
- Fähre: Von Kiel fährt eine Nachtfähre direkt nach Göteborg, ideal für Reisende mit Auto. Von Frederikshavn in Dänemark dauert die Überfahrt nur wenige Stunden.
- Zug: Von Kopenhagen und Malmö fahren Züge entlang der Westküste. Von Stockholm braucht der Schnellzug etwa drei Stunden.
- Flugzeug: Vom Flughafen Landvetter fahren Flughafenbusse in rund 30 Minuten ins Zentrum.
Alle Wege nach Schweden im Überblick: Anreise nach Schweden.
Beste Reisezeit
Von Mai bis September ist Göteborg am schönsten, dann fahren auch die Kanalboote und die Schären sind ideal zum Baden. Die Westküste ist milder als der Osten des Landes, aber auch regenreicher, eine Regenjacke gehört ins Gepäck. Im Herbst lockt die Hummersaison, im Dezember der Weihnachtsmarkt auf Liseberg. Mehr dazu unter Beste Reisezeit für Schweden.
Quellen und weitere Informationen
- SCB: Bevölkerungsstatistik 2025
- Trafikverket: Västlänken – aktueller Stand des Tunnelbaus
- Göteborg & Co – offizielles Tourismusportal
- Västtrafik – Nahverkehr und Schärenfähren