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Seltene Erden aus Kiruna: Europas größtes Vorkommen und der Stand des Projekts

2023 meldete der Bergbaukonzern LKAB bei Kiruna Europas größtes bekanntes Vorkommen Seltener Erden. Was seitdem passiert ist, warum das Projekt für die EU wichtig ist und welche Konflikte es gibt.

Im Januar 2023 sorgte eine Meldung aus Nordschweden europaweit für Aufsehen: Der staatliche Bergbaukonzern LKAB gab bekannt, bei Kiruna das größte bekannte Vorkommen Seltener Erden in Europa gefunden zu haben. Seitdem ist das Projekt größer und politisch wichtiger geworden, ein Abbau ist aber noch Jahre entfernt. Dieser Beitrag fasst den Stand zusammen und ersetzt unsere erste Meldung von 2023.

Stand: Oktober 2026

Was gefunden wurde

Das Vorkommen heißt Per Geijer und liegt in unmittelbarer Nähe der Stadt Kiruna und der bestehenden Eisenerzgrube. Es handelt sich in erster Linie um Eisenerz mit hohem Eisengehalt. Darin enthalten sind Phosphor und Seltene Erden, die als Nebenprodukt gewonnen werden sollen. Zunächst nannte LKAB mehr als 1 Million Tonnen Seltene-Erden-Oxide. Im Juni 2023 bezifferte das Unternehmen die Menge auf über 1,3 Millionen Tonnen und das Eisenerz auf 734 Millionen Tonnen. Weltweit ist das ein kleiner Anteil, für Europa aber eine erhebliche Menge.

Warum Seltene Erden so wichtig sind

Seltene Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen, die unter anderem für starke Dauermagnete in Elektromotoren und Windkraftanlagen, für Elektronik und für Rüstungsgüter gebraucht werden. Ein Großteil des Abbaus und vor allem der Verarbeitung findet derzeit in China statt. Die EU will diese Abhängigkeit verringern und hat dafür 2024 das Gesetz über kritische Rohstoffe (Critical Raw Materials Act) beschlossen.

Der Stand des Projekts

  • Juni 2023: LKAB beantragt bei der Bergbehörde (Bergsstaten) eine Abbaukonzession für das Gebiet. Die Konzession ist die erste Stufe; für eine Grube sind danach unter anderem Umweltgenehmigungen nötig.
  • März 2025: Die EU-Kommission stuft LKABs Projekt „Reemap“ als strategisches Projekt ein. Es umfasst den Abbau in Per Geijer und Malmberget sowie die Verarbeitung in Luleå. Strategische Projekte sollen schnellere Genehmigungsverfahren und Unterstützung bei der Finanzierung erhalten.
  • Zeitplan: Einen festen Termin für den Abbaubeginn gibt es nicht. LKAB hatte schon bei der ersten Meldung darauf hingewiesen, dass bis zur Produktion viele Jahre vergehen werden.

Konflikte vor Ort

Das Projekt ist nicht unumstritten. Über das Gebiet führen wichtige Wanderwege der Rentiere der samischen Gemeinschaft Gabna. LKAB hatte geprüft, ob sich das Erz so abbauen lässt, dass die Oberfläche erhalten bleibt. Im Herbst 2023 berichtete SVT, das Unternehmen halte den herkömmlichen Bruchbau für die einzige wirtschaftlich vernünftige Methode, bei dem der Boden über der Grube nach und nach absinkt. Auch die Gemeinde Kiruna hatte Einwände gegen Teile des Vorhabens. Wie Bergbau, Klimaziele und die Rechte der Samen in Einklang gebracht werden, ist in Schweden eine der großen Streitfragen.

Was das für Reisende und Menschen in Schweden bedeutet

Kiruna ist schon heute vom Bergbau geprägt: Weil die bestehende Grube den Boden absenkt, wurde das Stadtzentrum in den vergangenen Jahren einige Kilometer nach Osten verlegt, samt der bekannten Holzkirche. Besucher können eine Schaugrube besichtigen und den Stadtumzug mit eigenen Augen sehen. Für Menschen, die nach Nordschweden ziehen wollen, bedeuten die großen Industrieprojekte in Norrbotten Arbeitsplätze, aber auch Wohnungsknappheit in Orten wie Kiruna, Gällivare und Luleå. Mehr über die Region lesen Sie auf unserer Seite Schwedisch Lappland.

Quellen