Wer noch alte schwedische Kronen-Scheine in der Schublade hat, muss sich beeilen: Die schwedische Reichsbank (Riksbank) löst Banknoten, die seit mehr als zehn Jahren ungültig sind, ab dem 1. Juli 2027 nicht mehr ein. Anträge müssen bis spätestens 30. Juni 2027 bei der Notenbank eingegangen sein. Das hat die Riksbank am 8. Oktober 2026 mitgeteilt.
Was die Riksbank beschlossen hat
Bislang konnten ungültige schwedische Banknoten ohne zeitliche Begrenzung bei der Riksbank eingereicht werden, unabhängig von ihrem Alter. Damit ist bald Schluss. Nach Angaben der Notenbank gilt künftig eine Grenze von zehn Jahren: Scheine, die länger als zehn Jahre ungültig sind, werden ab dem 1. Juli 2027 nicht mehr eingelöst.
Die Riksbank schätzt, dass ungültige Banknoten im Wert von rund 3,9 Milliarden Kronen bisher nicht eingelöst wurden. Laut The Local, das sich auf die Nachrichtenagentur TT beruft, sind Scheine betroffen, die 2017 oder früher ungültig wurden, darunter der alte rote 500-Kronen-Schein und der 100-Kronen-Schein mit dem Porträt von Carl von Linné. Mit der Zehnjahresgrenze gleicht Schweden seine Regeln dem Bericht zufolge an die der übrigen nordischen Länder an.
Hintergrund: der große Bargeldtausch
Schweden hat seine Banknoten und einen Teil der Münzen in den Jahren 2015 bis 2017 schrittweise durch eine neue Serie ersetzt. Die alten Scheine verloren danach ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel und werden im Handel nicht mehr angenommen. Als Grund für die neue Frist nennt die Riksbank unter anderem, dass sich die verlangten Nachweise nach zehn Jahren nur noch schwer beschaffen lassen. Außerdem verweist sie auf die Kosten des Verfahrens.
So läuft die Einlösung ab
Die Riksbank beschreibt das Verfahren in ihrer Mitteilung so:
- Der Antrag wird auf riksbank.se gestellt, entweder digital oder mit einem ausgedruckten Formular.
- Beizufügen sind Unterlagen, die die Herkunft des Geldes belegen, zum Beispiel ein Kontoauszug.
- Die ungültigen Scheine werden an die Riksbank geschickt. Wer das Papierformular nutzt, legt es bei.
- Wird der Antrag bewilligt, überweist die Riksbank den Betrag auf ein Bankkonto.
Jeder Antrag wird einzeln geprüft, eine Auszahlung ist also nicht garantiert. Bei einer Bewilligung fällt nach Angaben der Riksbank eine Gebühr von 300 Kronen an. Bei kleinen Beträgen kann sich der Aufwand daher kaum lohnen.
Christina Wejshammar, Leiterin der Zahlungsverkehrsabteilung der Riksbank, riet laut The Local gegenüber TT dazu, die eigenen Verstecke gründlich zu durchsuchen und auch ältere Angehörige anzusprechen. Der Notenbank seien viele Fälle bekannt, in denen Menschen erspartes Bargeld schlicht vergessen hätten.
Was das für Schweden-Reisende bedeutet
Betroffen sein können auch Urlauber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die von früheren Reisen noch Kronen-Scheine aufbewahrt haben. Ob ein Schein noch gültig ist, lässt sich auf der Website der Riksbank nachsehen. Zu den Einzelheiten einer Auszahlung auf Konten im Ausland macht die Pressemitteilung keine Angaben; wer aus dem Ausland einreichen möchte, sollte sich deshalb direkt bei der Riksbank informieren.
Für den Alltag vor Ort spielt Bargeld ohnehin nur noch eine geringe Rolle: In Schweden wird fast überall mit Karte oder per Handy bezahlt. Weitere praktische Hinweise finden sich in unserem Überblick zur Reise nach Schweden und in den häufigen Fragen zu Schweden.